Liebe Kasseburgerinnen,
liebe Kasseburger,

ich lerne immer noch dazu. Es war damit zu rechnen, dass in den letzten Tagen vor dem wichtigen Bürgerentscheid noch einmal in der Gemeinde diskutiert wird und unterschiedliche Sichtweisen ausgetauscht werden. Doch, was ich gerade erlebe, entspricht keinesfalls meinen Erwartungen und Ansprüchen an einen wertschätzenden Umgang miteinander.
Da gibt es das Anzeigenblatt "Hahnheider Landbote", in dem jeder wohl kostenlos schreiben kann, was ihm gefällt. Die Inhalte der Leserbriefe von Astrid Hochwald (Oedendorf) und Helga Martini (Oedendorf) vom 29.4. und 6.5.21 kann ich nicht teilen. Im letzten Hahnheider Landboten vom 12.5.21 wurde ich 3-mal namentlich erwähnt und man hat mich von Seiten des Verlages nicht einmal kontaktiert und um Stellungnahme gebeten. Der "Leserbrief" vom 12.5.21 von Hans-Heinrich Stamer (Kuddewörde), Ursula Peemöller (Kasseburg), Bianca Hellwege (Kasseburg) und Doris Salkowsky (Kuddewörde) gipfelte dann mit der Darstellung falscher Fakten. Gleiches beinhaltet auch ein Schreiben von Herrn Stamer als Vorstandsmitglied der BUND Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg an mich. Ein derartiges Verhalten ist mehr als bedenklich und dürfte auch nicht dem Anspruch des BUND entsprechen.

Für Kasseburg war niemals die Rede von einem über 100 ha großen Gewerbegebiet! Lassen Sie sich nicht verunsichern, die Behauptung ist "aus der Luft gegriffen" und FALSCH! Weder der Kreis noch die Gemeinden Kasseburg und/oder Kuddewörde planen ein derartig großes Gewerbegebiet. Das wurde auch zu keiner Zeit diskutiert. Im Übrigen kann ausschließlich die Gemeinde über die Ausweisung von Flächen entscheiden.
Das haben der Landrat Herr Dr. Mager und ich Herrn Stamer bereits vor Tagen deutlich schriftlich mitgeteilt. Trotzdem gibt Herr Stamer keine Ruhe. Zusätzlich ruft er nun auch noch Bürger unserer Gemeinde direkt an und verbreitet weiter die falschen Fakten.

Die in der Broschüre in vielen Abbildungen dargestellte mögliche Entwicklungsfläche ist insgesamt rd. 40 ha groß. Aus dem unten beigefügten Plan können Sie die Größenangaben der Flächen entnehmen. In den rd. 40 ha sind alle vorgesehenen Grünzüge, Wege, Straßen, Entwässerungsmulden und vorhandenen Knicks mit Abstandsflächen enthalten. Die gewerblich zu nutzenden Flächen werden somit noch kleiner ausfallen.
Seit Jahren beschäftigt sich die Gemeindevertretung mit einer möglichen Gewerbegebiets- Entwicklung. Insofern hätten sich BUND und auch die Bürgerinitiativen bereits frühzeitig aktiv einbringen können. Das Angebot ins Gespräch zu kommen, war zu jeder Zeit und für jeden möglich und wurde in den Bürgermeisterinnenbriefen auch immer wieder erwähnt. Aber niemand ist auf uns zugekommen.

Wie Sie sicher gesehen haben, befinden sich Plakate an der Kreuzung in der Dorfmitte und in Oedendorf, auf denen unrechtmäßig das Gemeindewappen verwendet wurde. Zudem erweckt die Verwendung des Wappens den irreführenden Eindruck, dass sich die Gemeinde gegen eine Gewerbegebiets-Entwicklung ausspricht, was nicht der Fall ist. Das Amt Schwarzenbek-Land hat die Verwendung schriftlich untersagt und gerichtliche Schritte bei Unterlassung angedroht.
Wie mir berichtet wurde, wird von einem Kasseburger Ehepaar kommuniziert, dass notwendige Vorgaben für den Bürgerentscheid nicht eingehalten werden. Auch das wäre eine unwahre Behauptung. Das Verfahren wird von der Kommunalaufsicht des Kreises und dem Amt Schwarzenbek-Land begleitet und entspricht damit selbstverständlich allen Anforderungen und Vorgaben.

Die Gemeindevertreter*in und ich möchten uns an dieser Stelle für die vielen positiven Rückmeldungen unserer Bürger*innen zu der verteilten Broschüre und den guten Informationen über die letzten Jahre bedanken. Das freut uns sehr. Ein enormer Rückhalt, der eine Bestätigung unserer intensiven Arbeit darstellt. Viele von Ihnen haben uns zudem mitgeteilt, dass sie sich sehr gut informiert und beraten fühlen. Die Teilnahme an der Online Informationsveranstaltung, die am 15.5.21 stattfindet, sei insofern nicht mehr notwendig. Die Entwicklung eines Gewerbegebiets ist eine einmalige Chance, die wir unbedingt wahrnehmen sollten. Wenn Sie noch Fragen haben, sprechen Sie uns jederzeit gern an.

Ich hoffe sehr, dass der Umgang miteinander bis zur Wahl in zwei Wochen von allen sachlich und fair geführt wird.

Wir bitten Sie, nehmen Sie am Bürgerentscheid teil. Auch Briefwahl ist möglich.

Herzliche Grüße



Bürgermeisterin Anja Harloff

Kasseburg, Mai 2021




Liebe Kasseburgerinnen,
liebe Kasseburger,

am 28.09.20 hat unter besonderer Berücksichtigung vorgeschriebener Hygiene- und Abstandsre-geln eine Sitzung der Gemeindevertretung stattgefunden, über die ich Sie gern umfangreich informieren möchte.

Wir haben die Auftragsvergaben an diverse Gewerke für den Anbau/Umbau unseres Feuer-wehrgebäudes beschlossen. Es wurden für alle ausgeschriebenen Gewerke Angebote abgegeben. Die Angebotspreise entsprechen erfreulicherweise weitgehend denen der Kostenschätzung unseres Architekten. Damit kann das Bauvorhaben hoffentlich noch im Oktober beginnen.

Die Gemeindevertretung hat sich für eine Gewerbegebietsentwicklung ausgesprochen. Wir sind der Meinung, dass die Vorteile weitaus überwiegen. Wie Ihnen bekannt ist, beschäftigen wir uns seit mehreren Jahrenintensiv mit dieser Thematik. Der Weg für den Bürgerentscheid ist somit frei und Sie, liebe Kasseburgerinnen und Kasseburger, sollen darüber und damit über die künftige Entwicklung unserer Gemeinde entscheiden.

Im letzten Jahr haben wir uns in einem gut besuchten Workshop mit über 100 interessierten Bürgern intensiv und offen über diverse relevante Themen ausgetauscht, die Ihnen besonders am Herzen liegen. Wir haben Ihre Bedenken ernst genommen und Ihre Anregungen aufgenommen.
Seit mehreren Monaten verhandeln wir sehr intensiv mit dem Land, dem Kreis und der Wirtschaftsförderung (WFL) zu besonders kritischen Punkten.

Blicken wir noch einmal zurück. Die WFL ist seinerzeit auf uns zugekommen und im Laufe der Zeit konnten wir das große Interesse des Landes, des Kreises und der WFL deutlich feststellen und nachvollziehen. Im Kreis Herzogtum Lauenburg soll es derzeit keine Flächen geben, die aufgrund der Lageein entsprechendes Entwicklungspotential hat, wie die Fläche in Kasseburg. Neben den Gewerbesteuereinnahmen ist es uns wichtig, dass ein Gewerbegebiet unserer Gemeinde weitere vielfältige Vorteile bringt und wir die Entwicklung aktiv mitgestalten können. Diese Gedanken hatten in den wahrlich nicht immer einfachen, aber fair geführten Verhandlungen für uns immer höchste Priorität.

Es soll ein besonders nachhaltiges Vorzeige-Gewerbegebiet werden. Unser Forderungskatalog wurde insofern immer umfassender, da viele relevante Aspekte zu berücksichtigen waren.
Die WFL hat zu den vielfältigen, komplexen und anspruchsvollen Themengebieten einen umfang-reichen Bericht erstellt und zu einigen Aspekten von externen Fachexperten Teilmachbarkeitsstudien erstellen lassen. Diese sind Bestandteil des Berichts.

Über die von uns erreichten Ergebnisse möchte ich Sie im Folgenden gern informieren.

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 03.09.2020 unter dem Vorbehalt der Zustimmung zur Ge-werbegebietsentwicklung durch einen positiven Bürgerentscheid folgende Maßnahmen zur Ver-besserung unserer Infrastruktur zugesagt:

(1) Zur Verbesserung des Brandschutzes wird der Gemeinde ein Löschfahrzeug Katastrophenschutz ab dem Jahr 2024 zur Verfügung gestellt. Die Gemeinde sorgt für einen ge-eigneten Stellplatz und eine personelle Besetzung des Fahrzeugs.

(2) Zur Verbesserung des ÖPNV wird der Gemeinde bei einer ausreichenden Anzahl an Arbeitnehmern im Gebiet eine Busanbindung mit Halt an der B404 zwischen Hamburg und Schwarzenbek zugesagt.

(3) Zur Verbesserung der Infrastruktur in der Gemeinde wird die Gemeindestraße zwischen der Kreisstraße K 20 und der B404 zur Kreisstraße aufgewertet.

(4) Zur Vermeidung von zusätzlichen Verkehrsbelastungen wird bei Vorliegen von erheblichen Auswirkungen veränderter Verkehrsverhältnisse durch Mautausweichverkehre eine Durchfahrtsbeschränkung für den Ort Kasseburg durch den Kreis angeordnet. Erhebliche Auswirkungen veränderter Verkehrsverhältnisse liegen jedenfalls dann vor, wenn der LKW-Verkehr mit Fahrzeugen von mehr als 7,5 t zulässigen Gesamtgewicht um 20% und mehr gegenüber den durchschnittlichen Verkehrszuwachsraten der vergangenen Jahre ansteigt.

Dieser einstimmige Beschluss, also durch alle im Kreistag vertretenen Parteien (u.a. CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP) mit für uns sehr wichtigen Zugeständnissen, ist ein außergewöhnlicher Verhandlungserfolg!

Neben den Zusagen des Kreises, konnten ebenfalls gute Verhandlungsergebnisse mit der WFL erzielt werden.Der Bericht der WFL gliedert sich in folgende Punkte und wird demnächst auf unserer Website zu finden sein:

- Lage, räumliche Einbettung und Ausweisung des potentiellen Gebietes
- Aktuelle und perspektivische Bedarfsanforderung und Nachfragesituation
- Technische Erschließung
- Natur- und umweltschutzfachliche Betrachtung
- Vorgaben für einen Bebauungsplan
- DGNB Zertifizierung (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen)
- Forderungen der Gemeinde
- Finanzielle Auswirkungen (Einnahmen und Ausgaben)

Die Hochrechnungen für die Gewerbesteuereinnahmen in unterschiedlichen Szenarien zeigen, dass sich diese unter vorsichtigen Annahmen spätestens (!) mittel- und langfristigpositiv auswirken werden. Dies hängt u.a. damit zusammen, dass der Verkauf der Grundstücke erfahrungsgemäß über einen längeren Zeitraum erfolgt und die Unternehmen steuerlich relevante Gewinne erst nach einer gewissen Vorlaufzeit erzielen. Durch die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen würde die finanzielle Unabhängigkeit deutlich gestärkt werden.

Darüber hinaus wird es keine Interkommunalität geben, d.h. keine Gewerbesteuerbeteiligung an die zentralen OrteSchwarzenbek und Trittau.

Eine große Anzahl von Arbeitsplätzen wird prognostiziert, natürlich auch für Kasseburgerinnen und Kasseburger.

Die WFL wird als Erschließungsträger und Vermarkter der Flächen mit uns einen Vertrag abschließen, der uns bei der Auswahl der anzusiedelnden Betriebe mitentscheiden lässt. Damit können wir verhindern, dass sich unerwünschte Betriebe ansiedeln, wie beispielsweise Logistikunternehmen mit wenigen Mitarbeitern. Wir stellen uns einen ausgewogenen Branchenmix aus Produktion, Mehrwertlogistik und anderen Branchen vor, die gut in das nachhaltige Gewerbegebiet passen und die gute Lage zu schätzen wissen. Darüber hinaus wird die Ansiedlung bestimmter Betriebsarten wie z.B. Autohof, Schrotthandel, Tierversuchsanstalt von vorn herein über den Bebauungsplan ausgeschlossen. Es ist auch kein Industriegebiet geplant.

Die für uns ganz besonders wichtige Nachhaltigkeit des Gebietes, u.a. mit einem hohen Arten- und Naturschutz, soll durch das angestrebte Zertifikat in "Gold" nach dem Standard der DGNB erfolgen. Es handelt sich dabei um eine anerkannte Non-Profit-Organisation, die bei der Zertifizierung von Quartieren europaweit führend und Marktführer in Deutschland ist. Die beabsichtigte Gold-Zertifizierung wäre bisher einmalig in Schleswig-Holstein. Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte werden durch die Vorgaben in einem sehr hohen Maße berücksichtigt. So sollen beispielsweise Knickstrukturen und Grünzüge weitgehend in dem Gebiet erhalten bleiben und neu geschaffen werden. Der Teich am Wittensaal wird erhalten bleiben und in den geplanten Rundwanderweg integriert werden.